nur noch 2 Wochen – der Countdown läuft…

Volta Region

Am 8. Februar ging’s noch mal los auf meine letzte Reise durch Ghana. Nach acht Stunden Trotro-Fahrt komme ich in Hohoe an, wo ich Kerstin, mit der ich auch schon im Norden war, treffe. Sie ist direkt von Accra gefahren und ich von Kumasi. Übernachten tun wir die nächsten zwei Nächte im Geduld-Hotel. Die Besitzerin war lange Jahre in Heidelberg, hat dort Betriebswirtschaft studiert, spricht sehr gut Deutsch und ist sehr nett.

Der nächste Tag beginnt für uns mit einem ’walk’ durch halb Hohoe zur „Station“ (Trotros, die an der Straßenrand stehen). Von dort aus fahren wir nach Wli-Afegame, wo die bekannten Wli-Wasserfälle sind. Nach bezahlten 10 Cedi (ca. 4€) geht’s mit unserem Guide im Stechschritt los. Nach 40 Minuten erreichen wir den Punkt, an dem sich die Wege zum unteren und zum oberen Wasserfall trennen. Für uns geht’s in Richtung oberer Wasserfall über Stock und Stein weiter. Nach zwei Stunden ’hiking’, schwitzen, mit nur 2 Bananen im Magen und einigen kurzen Pausen erreichen wir dann letztendlich den oberen Wasserfall. Die Wanderung war doch recht anstrengend und ich froh, dass ich festes Schuhwerk an meinen Füßen hatte. Unser Guide dagegen rannte den ganzen Berg in Flipflops und ohne einen Tropfen Wasser nach oben…

Aber es hat sich auf jeden Fall gelohnt. Es ist sehr schön dort oben – Natur pur, klares, kaltes Wasser,… und wir mitten drin.

Um kurz nach 13Uhr machen wir uns dann an den Abstieg und obwohl uns eigentlich die Mittagshitze nun voll treffen müssten ist das Klima recht angenehm. Die Missionare aus Europa kamen vorwiegend in die Volta Region, weil das Klima hier im Vergleich zum Rest Ghanas sehr angenehm ist.

Nach eineinhalb Stunden Abstieg erreichen wir den unteren Wasserfall, der zwar genauso schön, aber voller Touristen (sowohl weiß, als auch schwarz) ist.

Am Sonntagmorgen geht’s mit Sack und Pack weiter nach Kpandu und Torkor, das am Ufer des Voltasees liegt. Dort machen wir eine Kanufahrt auf dem Volta und besichtigen eine Insel auf der angeblich die Menschen von Kpandu lebten bevor sie auf’s Festland übersiedelten.

Dann geht’s weiter nach Tafi – 3 Personen, 2 Rucksäcke, 2 Handtaschen und 1 Motorrad. Eine halbe Stunde später erreichen wir unser nächstes Ziel das Monkey Sanctuary. Als wir am Spätnachmittag Wasser kaufen gehen, laufen uns auf dem Rückweg plötzlich 4 Affen hinterher, als wir stehen bleiben, klettern sie auf den Zäunen und Bäumen herum – mitten im Dorf =).

Die Affen kommen hier kurz bevor die Sonne unter- und kurz nachdem sie aufgeht ins Dorf um sich Essen und Trinken zu besorgen.

Am nächsten Morgen bekommen wir dann noch eine Führung durch den Wald, in dem die Affen leben. Wir füttern eine Gruppe mit Bananen und laufen dann noch quer durch den Wald.

Dann geht’s (wieder auf einem Motorrad) in Richtung Amedzofe, dem höchstgelegenen Dorf Ghanas. Die Straße wird gerade neu gemacht ist also relativ gut, doch zeitweise muss das Motorrad schon recht schnaufen. Nach ca. 40 Minuten kommen wir dann oben an, wo uns eine ’tourist office’ erwartet :D. Von dort wird uns ein Guesthouse vermittelt und dort muss man auch für die Besteigung des Hausbergs bezahlen.

Diesen besteigen wir dann noch am Nachmittag und den restlichen Tag verbringen wir mit chillen.

Dienstags geht’s dann weiter – diesmal mit dem Taxi – nach Ho, der Hauptstadt der Volta Region. Nachmittags fahren wir von dort aus nach Kpetoe, wo Kente gewoben und verkauft wird.

Am Mittwoch wollen wir uns 2 Projekte in Have, in denen auch Freiwillige von ’Rainbow Garden Village’ arbeiten, anschauen. Zuerst gehen wir ins Health Centre. Dort können Mütter mit ihren Neugeborenen zum Impfen und für die ersten Untersuchungen hinkommen oder alle, die sonst irgendetwas haben oder brauchen.

Danach gehen wir weiter zu einer Schule der “Anja Charity Foundation“ (ja, sie heißt wirklich so 😀 …) Die Schule besteht aus 3 sehr kleinen Klassenzimmern und 105 Kindern, die alle den Kindergarten oder die 1. Klasse besuchen. Alfred startete dieses Projekt um Kindern, die aufgrund von Armut keine „normale“ Schule besuchen könnten, Bildung zu ermöglichen. Die Kids bekommen Essen und werden nach ghanaischem Lehrplan unterrichtet.

Leider sind die 5 Lehrer, von denen die meisten unausgebildet sind, völlig überfordert mit den vielen Kindern auf so wenig Platz. Doch sie geben ihr Bestes, damit die Kinder für ein paar Stunden am Tag nichts von der Armut, die sie umgibt, spüren.

Um kurz nach 13Uhr gehen wir dann wieder zurück zum Health Centre, wo wir gefragt werden, ob wir denn schon gegessen haben. Ehrlicherweise müssen wir „Nein“ sagen, worauf wir gefragt werden, was wir denn essen wollen. Wir meinen wo wir denn Reis bekommen könnten. Darauf meint eine der Krankenschwestern ob ’fried rice’ ok sei und auf unser bejahen geht sie los um welchen zu kaufen. Als sie nach einer halben Stunde immer noch nicht da ist, erfahren wir sie sei ins nächste Dorf gefahren, da der Reis dort besser sei und nun bekomme sie kein Trotro mehr zurück nach Have, müsse also zurück laufen…

Um kurz nach 15Uhr verlassen wir dann das Health Centre, die netten Menschen hier und letztendlich auch Have, da wir heute noch nach Akosombo wollen.

Dort geht’s am Donnerstagmorgen erstmal zum sehr unspektakulären Hafen und danach zum Staudamm, der das Wasser des Voltasees staut.

Dann wollen wir weiter nach Odumase in eine Beads-Factory. Sie lassen uns irgendwo aus dem Trotro aussteigen mit dem Hinweis die Station, zu der wir müssten, sei rechts und dann gerade aus. Also laufen wir in die Richtung, fragen noch mal und noch mal und dann treffen wir auf einen Typ, der meint „Come, come“. Wir denken also er bringt uns zur Station, doch weit gefehlt. Da der Gute leider, wie wir später erfahren, kein Englisch kann, führt er uns zu einer Senior High School, die unglücklicherweise auch noch auf einem Berg liegt. Wir rennen also mit unserem ganzen Gepäck den Berg hinauf. Dort angekommen heißt uns die Headmistress willkommen und meint was wir denn wollten, worauf wir sagen „zur Station“. Sie ist total erstaunt und fragt den Typ, der uns hergebracht hat, warum er uns denn den Berg hochscheucht, wenn wir zur Station wollen. Netterweise bringt uns dann aber der ’schoolcar’ mit zugehörigem Fahrer zur Beads-Factory und der Fahrer erklärt uns, dass die Schule ein Austauschprogramm mit Großbritannien habe, der Typ wahrscheinlich überhaupt nicht zugehört und uns nur aufgrund unserer Hautfarbe zur Schule gebracht habe.

Nach unserem Besuch bei der Beads-Factory geht’s dann weiter nach Koforidua auf den Beadsmarket und nachmittags dann nach Tafo, wo wir eine Kakaofarm anschauen wollen. Da wir etwas spät erst ankommen übernachten wir dort und schauen uns CRIG (Cocoa Research Institute Ghana) erst am nächsten Morgen an. Dort wird untersucht wie Kakao am effektivsten angebaut werden kann, wie man die Krankheiten, die die Kakaopflanzen befallen, bekämpfen kann,… Diese Erkenntnisse teilen sie dann den Farmern mit, damit diese Kakao effektiver anbauen können. Außerdem produzieren sie hier auch Produkte aus den eigentlichen Abfallprodukten (Kakaobohne), die entstehen, wenn man die Kakaobohnen gewinnt. So zum Beispiel Cocoa-Butter, Seife,…

Von Tafo geht’s für uns dann zurück nach Koforidua und dann nach Accra. Dort übernachte ich noch zwei Nächte in Kerstins Gastfamilie, bevor ich sonntags wieder zurück nach Kumasi fahre.

Schule

Die letzten zwei Wochen Schule sind angebrochen und ich versuche mit meinen Schülern Gruppenarbeit zu machen. Überlegt habe ich mir in jeder Klasse 8 Gruppen zu machen, die jeweils ein Plakat zu verschiedenen Themen (z.B. Früchte, Tiere, Dinge im Klassenzimmer,…) gestalten. Sie zeichnen die Dinge und beschriften sie mit den dazugehörigen französischen Begriffen.

Soweit der Plan. Die Umsetzung gestaltet sich etwas schwieriger, da es die Schüler hier überhaupt nicht gewohnt sind zusammen zu arbeiten. Hier geht alles immer nur gegeneinander und darum wer der oder die Beste ist. Anstatt zusammen ein schönes Plakat zu gestalten, wird gekämpft, wer schreiben und zeichnen darf, das Plakat der Nachbargruppe beneidet, das doch so viel schöner ist wie das eigene oder einfach mal lautstark diskutiert, weil der eine den Namen der anderen vom Plakat gestrichen hat oder weil die Katze aussieht wie ein Zebra oder, oder, oder,…

Jetzt könnt ihr euch vielleicht ein bisschen vorstellen wie schwierig es ist sie dann wieder unter Kontrolle zu bekommen und es gelingt mir auch nicht wirklich. So bin ich froh, wenn ich die Gruppenarbeit diese Woche vollends beende und wir dann die fertigen Plakate einfach nur noch aufhängen müssen, denn schön sind sie im Endeffekt dann doch alle.

Und ab nächster Woche heißt es dann leider Abschied nehmen.

Von allen meinen Schülern, den Lehrern, allen Menschen, denen ich tagtäglich auf meinen vielen Wegen begegne, meiner Gastfamilie,…

Der 1. März wird mein letzter Schultag sein und am 3. März werde ich nach Accra fahren, da Jenni schon am 4. zurück nach Deutschland fliegt.

So sehr ich mich auch auf euch alle und daheim freue, der Abschied hier wird mir sicher nicht leicht fallen. Viele Menschen sind mir in den letzten Monaten ans Herz gewachsen und die allermeisten werde ich nie wiedersehen…

Ich hoffe und bin mir eigentlich sicher, dass ich dennoch irgendwann zurückkommen kann – wann auch immer das sein wird.

Ich freue mich euch alle sehr bald wieder zu sehen!!!

Seid ganz <3-lich gegrüßt

Eure Anja

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Nur noch ein Monat Ghana…

In 4 Wochen fliege ich schon wieder nach Deutschland zurück – die Zeit rast und rast…

Schule

Die erste Schulwoche im Januar verging ohne unterrichten zu können, weil nur die Hälfte der Schüler da war, es keinen Stundenplan gab und die erste Woche eines Terms sowieso nur zum Putzen, Aufräumen, Rasen mähen,… genutzt wird.

Da die anderen Lehrer erst noch ihre Examen von vor den Ferien korrigieren und Zeugnisnoten ausstellen mussten, war mir zunächst sehr langweilig. Am Mittwoch ist dann aber zumindest einmal der Lehrer, der den Schlüssel zur Bibliothek hat, aufgetaucht und so konnte ich mir diese einmal genauer anschauen. Mittlerweile befanden sich die Bücher zwar nicht mehr in Kartons, aber dafür ungeordnet, übereinander gestapelt in einem Regal. Also machte ich mich dran da etwas Ordnung reinzubringen. Ich versuchte die Bücher, die zwar da aber ohne jegliche Kennzeichnung waren, nach Fächern zu ordnen und mit der Hilfe einiger Schüler wurden diese dann auf einer schon bestehenden Liste ergänzt. Die drei Freiwilligen, die vor einem Jahr an der selben Schule gearbeitet haben, kauften der Schule Bücher, kennzeichneten diese und registrierten sie nach Schulfächern geordnet. Im Laufe des letzten halben Jahres sind dann von irgendwoher noch mehr Bücher hinzugekommen, die aber weder gestempelt, noch gekennzeichnet oder registriert wurden.

Am Donnerstag ging unsere Arbeit dann weiter. Mit der Hilfe von ca. 20 Schülerinnen und Schülern schafften wir es die vielen Bücher zu registrieren und nach Fächern geordnet ins Regal zu räumen.

Der Rest des Raumes stand leider nach wie vor voll mit irgendwelchen anderen Dingen. In der einen Ecke stapelten sich alte Schulbänke, in der anderen neue ungenutzte Schulbücher und überall lagen Fußballschuhe, Trikots, Hefte,… herum.

Mittlerweile wurde dies aber alles weggeräumt und die Bibliothek lässt sich nun endlich als solche erkennen. Jetzt gilt es nur noch sie von Zeit zu Zeit zu öffnen…

Trip in den Norden Ghanas

Sehr spontan entschließen sich Leonie, Kerstin und ich am Montag, den 14. Januar in den Norden Ghanas zu reisen. Leonie und Kerstin sind zwei deutsche Freiwillige, die mit der Organisation „Rainbow Garden Village“ in Accra arbeiten. So kommen die beiden sonntags zu mir nach Kumasi und Montag morgens um 3.30 Uhr geht’s dann richtig los. Mein Gastbruder Apos fährt uns zur Station in Tanoso, von dort geht’s mit dem Taxi zum Busbahnhof und von dort aus nach Bolgatanga (Upper East Region). So zumindest der Plan. Praktisch sind wir um 4 Uhr am Busbahnhof – vor uns eine Schlange von ca. 80 Menschen, die alle auch nach Bolgatanga wollen. Der erste Bus ist schon da, die Tickets verkauft und fährt um 4.30 Uhr los. Da in einen Bus knapp über 60 Leute passen, rechnen wir uns aus, dass wir es wohl in den dritten Bus schaffen müssen. Doch als begonnen wird die Tickets für den dritten Bus am Schalter zu verkaufen, stürmt plötzlich eine Gruppe von Hinter-uns-Stehenden vor an den Schalter. Ohne Rücksicht auf Verluste schubsen, stoßen und boxen sie sich durch – hier gilt eben leider noch die Macht des Stärkeren und nicht des Ersten… Vorallem Mütter mit Kindern (und davon stehen hier viele) müssen zurückstecken und obwohl sie schon die doppelte Zeit warten, bekommen sie keine Tickets. Anstatt sie zurechtzuweisen und die Tickets der Reihe nach zu verkaufen, bekommen die Drängler ihre Tickets und füllen den dritten Bus. Und nicht nur das, plötzlich stehen auch wieder 80 Menschen vor uns, das heißt in den nächsten Bus kommen wir auch nicht rein…

Um 9.30 Uhr kommt dann der fünfte Bus nach Bolgatanga und wir bekommen unsere Tickets. Nach 6 Stunden warten geht es dann um kurz nach 10 Uhr endlich los in einem Bus, der fast ausschließlich mit Müttern mit Kindern befüllt ist.

Um 19.30 Uhr kommen wir dann fix und fertig in Bolgatanga an und wollen nur noch essen und ins Bett…

Am nächsten Morgen geht’s um 7Uhr wieder los. Mit dem Taxi fahren wir nach Paga, das an der Grenze zu Burkina Faso liegt. Dort gibt es zwei Krokodilteiche. Den einen kann man besichtigen. Es leben dort ca. 200 Krokodile, die einer Legende nach mit den Menschen in Paga verwandt und deshalb zahm sind. Ich bin etwas enttäuscht, da man die Tiere überhaupt nicht in Action sieht und es eigentlich nur darum geht den Touristen möglichst viel Geld aus der Tasche zu ziehen…

Danach geht’s dann weiter nach Nania, wo es ein ehemaliges Sklavencamp zu sehen gibt. Dieses Camp stellte eine Zwischenstation für Sklaven aus Burkina Faso und den umliegenden Gemeinden von Nania dar, bevor die meisten dann auf den Sklavenmarkt nach Salaga gebracht wurden. Wir bekommen eine sehr interessante Führung und es ist sehr schockierend wie Menschen hier einst behandelt wurden.

Nach kurzem Zwischenstop an der katholischen Lehmkathedrale in Navrongo geht es am Nachmittag dann wieder zurück nach Bolgatanga.

Dort gehen wir noch ins Regional Museum, wo wir viel von der Kultur der Upper East Region erfahren. Direkt neben dem Museum befindet sich das ’craft village’. Der Norden Ghanas ist dafür bekannt Körbe zu flechten und Ledertaschen herzustellen, was wir dort zu sehen bekommen.

Mittwochs geht’s dann weiter nach Tamale (Northern Region). Dort bekommen wir den angeblich ’biggest tree of Ghana’, den ’chief’s palace’ und die Moschee zu Gesicht. Am Nachmittag befinden wir uns dann im nächsten ’craft village’. Die Menschen hier sind richtig freundlich. Bei einem Verkäufer bekommen wir kurzerhand Trommelunterricht, obwohl wir ihm versichern, dass wir keine Trommel kaufen werden, der nächste bringt uns Oware (= ein Spiel) bei.

Am Donnerstagmorgen geht’s dann auch schon wieder weiter nach Larabanga. Dort kommen wir am Nachmittag völlig eingestaubt und verdreckt, da die Straße so schlecht und staubig ist, an. Nach kurzem Entstauben geht’s dann auf zwei Motorrädern (funktioniert hier wie Taxis) in den Mole-Nationalpark. Wir kommen gerade an, da sehen wir schon den ersten Elefanten. Dieser läuft gerade vom Wasserloch ins Gebüsch. Dann geht’s auf zur Safari. Auf dem Dach eines Jeeps sitzend fahren wir durch den Park. Wir sehen viele Affen, Antilopen, Wildschweine,… und dann plötzlich ein Krokodil, das in Richtung Fluss rennt. Kurzerhand rennt unser Ranger hinterher, schneidet dem Krokodil den Weg ab und ruft uns hinzu. Da liegt das Krokodil nun wie tot, wir machen unsere Bilder und dann möchte es der Ranger eigentlich wieder zum Bewegen animieren. Dazu wirft er mehrere Male einen Stock auf das Krokodil, doch dieses macht keine Anstalten sich zu bewegen. Nach einiger Zeit rennt es dann plötzlich los in Richtung Fluss und wir kehren zurück zum Jeep und fahren weiter.

Dann sehen wir plötzlich einen Elefanten. Ganz nah neben dem Weg steht er im Gebüsch und frisst. Leise steigen wir vom Jeep und gehen näher ran. Letztendlich stehen wir dann ca. 10m neben einem echten lebenden Elefanten – voll krass =). Kurze Zeit später sehen wir dann sogar noch einen weiteren. Wilde Tiere in freier Wildbahn und so nah zu sehen war für mich eine ganz neue tolle Erfahrung, da ich sie bisher nur aus dem Zoo gekannt habe ;-).

Abends geht’s dann noch zum ’mystic stone’, der angeblich, wenn man ihn an einen anderen Ort befördert von allein wieder an den ursprünglichen Ort zurückkehrt…

Geschlafen wird diese Nacht auf dem Dach unseres Guesthouse. Die traditionellen Häuser der Menschen im Norden Ghanas sind aus Lehm gebaut und haben ein Flachdach. Im Inneren der Häuser ist es so in der Trockenzeit (tagsüber heiß – nachts kalt) warm, wenn es nachts kalt wird und wenn es ihnen innen zu warm wird, können sie auf dem Dach ihres Hauses übernachten. Zwar ist zur Zeit Trockenzeit und es somit nachts kühl, aber das schreckt uns nicht ab ;-).

Der Freitag beginnt damit die alte Moschee in Larabanga anzuschauen und danach wollen wir eigentlich mit dem Bus nach Wa (Upper West Region).

Doch die drei Busse, die täglich durch Larabanga nach Wa fahren sind entweder voll oder halten einfach nicht an.

Nach 2 Stunden warten halten die Dorfbewohner dann einen LKW an, der nach Sawla, der nächstgrößeren Stadt, fährt und uns mitnimmt.

Von Sawla geht’s dann mit dem Trotro weiter nach Wa und von dort mit einem anderen nach Wechiau. Abends kommen wir dort im Hippo Sanctuary an, wo wir eine weitere Nacht auf dem ’rooftop’ verbringen.

Am Samstagmorgen geht’s los auf River Safari. Noch bevor wir im Boot sitzen sehen wir schon die ersten Flusspferde. Mit dem Kanu geht’s dann näher ran und die nächste Stunde beobachten wir Flusspferde, die schlafend, dösend oder chillend im Wasser liegen.

Später fahren wir dann mit dem Trotro wieder zurück nach Wa. Dort machen wir noch eine kleine Stadtbesichtigung, die uns zum ’chief’s palace’ und zur Moschee führt und dann geht’s ziemlich fertig von den letzten Tagen ins Hotel.

Nach ca. 8 Stunden Fahrt kommen wir am Sonntagnachmittag wieder in Kumasi an.

Leider geht’s mir plötzlich gar nicht mehr gut. Ich bekomme abends noch Fieber. Mit der Vermutung auf Malaria werfe ich die folgenden drei Tage Tabletten ein, schlafe, esse, schlafe, lese, schlafe,…

Donnerstags bin ich dann eigentlich wieder vollständig fit, aber meine Gastmutter meint: „You have to rest!“ und so solle ich den Rest der Woche auch noch von der Schule daheim bleiben…

Schule

Seit knapp zwei Wochen gehe ich jetzt aber wieder in die Schule und unterrichte. Diese Woche schreiben meine Schüler ’monthly exam’ täglich die ersten und die letzten beiden Stunden, die ich laut neuem Stundenplan so gut wie jeden Tag habe. So wird zur Zeit nur selten Französisch unterrichtet, dafür umso mehr Klassen beim Examenschreiben beaufsichtigt.

So viel von mir für heute =)

Bis ganz bald

Eure Anja