Afehyiepa afe nko meto yen

(sprich: Afischjapa afin kome tu jen)

„Ein Jahr geht zu Ende und ein neues kommt“

Ich wünsche euch allen ein gutes, gesegnetes Jahr 2013!!! =)

Vor einem Monat schrieb ich: „Halbzeit“ und heute in exakt zwei Monaten lande ich wieder in Deutschland =) – echt krass wie schnell die Zeit vergeht…

Vorweihnachtszeit in der Schule

In Ghana begannen die Weihnachtsferien am 14. Dezember 2012. Die letzten Schultage davor wurden mit Examenschreiben, Nichts-tun und den vergeblichen Versuchen die ’exercise books’ zum Korrigieren einzusammeln verbracht und vergingen dadurch dann doch recht schnell.

Am letzten Schultag, dem 13. Dezember gab es dann noch eine sehr schöne Weihnachtsfeier der gesamten Schule. Alle 400 Schüler waren versammelt. Nacheinander trug jede Klasse ein Weihnachtslied vor. Es wurde gesungen, getanzt, musiziert,… Zwischendurch spielten dann einige Schüler die Weihnachtsgeschichte nach. Das hat mich sehr stark an unsere Krippenspiele erinnert und war doch etwas ganz besonderes, weil es eben die Geburt Jesu „auf ghanaisch“ war und so z.B. der König im Palast, der die Nachricht von der Geburt eines neuen Königs bekommt, nun der ghanaische ’chief’ war, der auch dementsprechend aussah ;-).

Darüber hinaus trat dann die schuleigene Brassband bestehend aus Trommeln, Posaunen, Trompeten, Becken,… noch einige Male auf. Die Jungs und Mädels haben einmal in der Woche Probe, spielen alles auswendig und haben’s echt drauf ;-). Ich hoffe, dass ich sie noch einmal zu Gehör bekomme, bevor ich Ghana verlasse.

So begannen die Ferien…

Engagement Cate & Michael

Und es folgte gleich das nächste Highlight. Cate, die zweitälteste Tochter meiner Gastfamilie, hatte am 15. Dezember ’Engagement’, was zwar übersetzt ’Verlobung’ heißt, hier aber als traditionelle Hochzeit gefeiert wird.

Die vorige Woche waren deshalb viele verschiedene Bauarbeiter bei uns in Garten und Haus, die noch möglichst viele der kleinen Baustellen beseitigen und fertig bauen sollten. So wurde der Abwassertank mit Mosaik gefließt, der Küche eine Arbeitsfläche und Boden verpasst, Fließen in einigen Zimmern verlegt, gestrichen, Türen ein- und ausgebaut,…

Freitags kamen dann 10-15 Frauen (Schwestern meiner Gasteltern) ins Haus um das Essen für die Hochzeit zuzubereiten. Bis spät in die Nacht hinein wurde gekocht und frühmorgens am Samstag wurde die Arbeit dann fortgesetzt. Es  wurde (typisch ghanaisch) nichts pünktlich fertig und es musste noch während der Zeremonie weitergekocht werden. Von Reis, über Spaghetti, Banku, Fufu, Salat, Hähnchenschlegel, Fisch,… gab es alles.

Im Wohnzimmer beginnt währenddessen (um 11.30 Uhr statt wie angekündigt zwischen 9 und 10 Uhr) die Zeremonie der ’traditional marriage’. Das Brautpaar sitzt auf zwei Stühlen in der Mitte und drumherum sitzen so viele Gäste, wie eben ins Wohnzimmer gehen. Es werden Reden von verschiedenen Personen gehalten, die ich nicht kenne und leider verstehe ich ja auch nichts. Danach geht’s dann im Garten weiter. Ein Freund des Bräutigams hält noch eine Rede und danach gibt es Essen. Dann soll eigentlich getanzt werden, doch nach drei Schritten des Brautpaares ist leider mal wieder Stromausfall und es gibt keine Musik mehr.

Die meisten Gäste verlassen das Fest direkt nach dem Essen und so sind dann bald nur noch die Helfer und engen Freunde der Familie da.

Um 14.30 Uhr beginnen wir dann schon wieder alles aufzuräumen und zu putzen und am Abend verlassen drei meiner Gastgeschwister schon wieder das Haus in Richtung Universität, da sie am darauffolgenden Sonntag  Vorlesungen haben.

Trip Elmina & Cape Coast

Am 19. Dezember geht’s dann das erste Mal auf Reisen in diesen Ferien. Eigentlich ist mein Plan, dass ich schon am Abend zuvor zu den anderen nach Denchemouso gehe und dort übernachte, damit wir früh am nächsten Morgen gemeinsam los können. Daraus wird dann aber leider nichts, da ich blöderweise mittags in der Stadt irgendwo reintrete und folglich eine Wunde am Fuß habe. Also mache ich mit meinen Gasteltern aus, dass sie mich am nächsten Morgen um 5 Uhr nach Denchemouso begleiten. Daraus wird aber dann leider auch nichts, da ich meine beiden Wecker, die mich so früh aus dem Schlaf holen wollen, erfolgreich ignoriere ;-). Um 6 Uhr klopft es dann an meine Tür und es wird gefragt, ob ich wirklich noch drin sei. Plötzlich bin ich hellwach und jetzt geht auch alles ganz schnell. Ich packe meine restlichen Sachen zusammen, laufe zur Straße, nehme ein Taxi, komme an der ’station’ an und bekomme noch einen Platz in dem Trotro, in dem Lisa Pfeffer und Jenni schon sitzen – puh, noch mal alles gut gegangen =). Mehr oder weniger, denn der letzte freie Platz geht an einen Passagier, der 5 Ziegen mitbringt. Diese werden dann alle in den Kofferraum eingeladen und da dieser schon mit anderen Dingen halb voll ist und somit nicht genug Platz ist, landen zwei Ziegen unter der letzten Sitzbank, auf der wir sitzen. So haben wir nicht nur ein ’Gschmäckle’ in der Nase, sondern auch noch Beinmuskeltraining, denn die Ziegen denken natürlich gar nicht daran ruhig im Fußraum eines Kleinbusses zu liegen. 3 Stunden, eine dreckige und stinkende Hose und einige Kämpfe später werden sie dann endlich ausgeladen und die letzte Stunde Fahrt vergeht wie im Flug ;-). Und plötzlich sind wir in Cape Coast.

Von dort aus geht es dann mit dem Taxi weiter nach Elmina, wo wir heute Nacht im Stumble Inn, einer Öko-Lodge am Strand, übernachten werden.

Den Rest des Tages verbringen wir dann dort am Strand.

Am nächsten Morgen geht’s dann nach ausgiebigem Müsli-Frühstück (das erste richtige Müsli seit 3 Monaten ;-)…) wieder mit dem Taxi los. Wir fahren in die Innenstadt von Elmina, wo die Sklavenburg steht, die wir heute besichtigen wollen. Wir bekommen eine sehr interessante Führung durch die komplette Burg und ich bin geschockt wie hier einst Menschen behandelt wurden. Theoretisch kennt man zwar die Geschichte, aber direkt am Ort des Geschehens zu sein ist noch einmal etwas ganz anderes…

Besonders schockiert hat mich, wie Sklavinnen behandelt wurden. Der Gouverneur hatte von seiner Wohnung aus Zugang zu einem Balkon, von welchem er einen perfekten Blick in den Hof der Frauenkerker hatte. Wenn er wollte, so wurden ihm alle Frauen präsentiert, er suchte sich eine aus, diese wurde dann gebadet und eingekleidet und musste dann nach oben in seine Gemächer kommen. Wurde eine Sklavin schwanger, so wurden Mutter und Kind in ein Haus in der Stadt ausquartiert bis das Kind alt genug war um zur Schule zu gehen, dann kam die Mutter zurück zu den anderen Sklavinnen. Für diese Kinder wurden die ersten Schulen an der Küste Ghanas gebaut und noch heute ist Cape Coast bekannt für seine vielen guten Schulen und Universitäten.

Für mich ist es unverständlich wie Menschen anderen Menschen so etwas antun konnten und so bin ich entsetzt, dass mitten in diesem schrecklichen Gemäuer eine Kirche steht, in der die portugiesischen Soldaten und Gouverneure sonntags Gottesdienst feierten während unten in den Kerkern Menschen starben.

Am Nachmittag fahren wir dann weiter nach Cape Coast, wo wir die nächsten beiden Tage verbringen werden.

Abends gehen wir dann ins Baobab, ein Restaurant, das uns empfohlen wurde. Es gehört zu einer deutschen Organisation, die sich um behinderte Kids oder solche, deren Eltern zu arm sind, um ihr Kind an eine staatliche Schule schicken zu können, kümmert. Das Konzept beinhaltet eine Schule, an welcher die Kids lesen, schreiben, rechnen und darüber hinaus auch handwerkliche Tätigkeiten wie Batik, Kente weben, nähen,… erlernen, und eben dieses Restaurant. Dort gibt es ausschließlich vegetarische Gerichte, die alle sehr lecker und frisch zubereitet sind ;-). Es bedienen Jugendliche, vermutlich Absolventen der Schule.

Am 21. Dezember stößt dann Lisa Hammer zu uns und gemeinsam besichtigen wir eine weitere Sklavenburg, die sich in Cape Coast befindet. Sie ist um einiges größer als die in Elmina („beherbergte“ 1.000 männliche und 300 weibliche Sklaven) und genauso schockierend…

Samstags geht’s dann quer durch Cape Coast. Ich schaue mir eines der ’Forts’ (= Festung zur Verteidigung der Sklavenburg bei Angriff) und eine katholische Kirche an. Man sieht der Stadt vor allem den Gebäuden den westlichen Einfluss durch die Briten, die Cape Coast als Standort für ihren Handel nutzten, überall an.

Am nächsten Morgen fahre ich dann wieder heim nach Kumasi, um Weihnachten mit meiner Gastfamilie zu verbringen und 2x Lisa und Jenni fahren weiter in die Green Turtle Lodge in der Nähe von Takoradi.

Weihnachten

… oder was davon noch übrig blieb…

Die Wochen vor Weihnachten bekam ich wenn ich fragte, wie denn Weihnachten in Ghana gefeiert würde, immer die gleiche Antwort: man esse besonderes Essen, gehe in die Kirche, die gesamte Familie sei versammelt, es gäbe Geschenke, das ganze Haus sei geschmückt,…

So dachte ich, ich wüsste auf was ich mich einzustellen habe, doch dann die Überraschung am 24. Dezember.

Da ich immer noch nichts von Weihnachten bemerke, frage ich, wann denn jetzt Weihnachten in Ghana anfange, worauf mir von meinem Gastvater erklärt wird, dass die Familie dieses Jahr Weihnachten gar nicht feiern würde ’because of the bad election’. Als ich dann meine, dass der Grund für Weihnachten aber doch ein ganz anderer sei, antwortet er nur, das wisse er, aber sie seien im Moment einfach zu unglücklich um Weihnachten zu feiern. Ohje, und dafür bin ich extra heim gefahren…

„Aber am 25. Dezember geht ihr in die Kirche, oder?!“, frage ich, worauf mir erklärt wird, die Church of Pentecost habe an Weihnachten keine Gottesdienste, außer Weihnachten falle auf einen Sonntag. Im gleichen Satz erwähnt er, dass in Ghana nur vier, der vielen, Kirchen Weihnachten in der Kirche feiern und das seien die Methodisten, Katholiken, Anglikaner und die Presbyterian Church.

Da ich auf keinen Fall Weihnachten dieses Jahr ignorieren möchte, entschließe ich mich einfach mal bei der Metho-Kirche bei uns im Ort vorbeizuschauen und zu fragen, wann sie Gottesdienst haben.

Und so gehe ich am Morgen des 25. Dezembers los zur Kirche. Mir wurde gesagt zwischen 8 und 9 Uhr ginge es los. Doch als ich um kurz nach 9 Uhr die Kirche betrete, sitzen dort erst ca. 10 Menschen, die Weihnachtsliedern aus der Box lauschen. Nach einer Weile kommt dann der Organist und übt noch ein bisschen und die Kirche füllt sich langsam. Um 9.30 Uhr geht’s dann los. Die Kirche ist zwar immer noch bei weitem nicht voll, aber zumindest der Pfarrer und die ’elders’ sind da ;-).

Der Gottesdienst läuft recht ähnlich ab wie unsere evangelischen in Deutschland. Wir singen Gesangbuch-Weihnachtslieder, es gibt eine Predigt, 4 Schriftlesungen, es wird getanzt,… Zwar ist leider alles auf Twi, aber ich kann doch relativ gut folgen, weil ich ja ungefähr weiß um was es geht ;-).

Um 12 Uhr ist der Gottesdienst dann aus und ich gehe wieder nach Hause.

Dort ist es zwar ganz witzig, weil vier der fünf Kinder daheim sind, aber keine Spur von Weihnachten, weil das ja dieses Jahr ausfällt, was ich sehr schade finde und nicht verstehe, wie man als Christen Weihnachten einfach ignorieren kann.

Green Turtle Lodge, Accra, Aveyime und Ho

Am 27. Dezember geht’s dann für mich auch schon wieder los und ich fahre den anderen Mädels in die Green Turtle Lodge hinterher (Carmen stößt 2 Tage später auch noch zu uns). Diese befindet sich in Akwidaa, einem Dorf in der Nähe von Dixcove/Takoradi. Mit dem Bus geht’s von Kumasi nach Takoradi, von dort aus weiter mit dem Trotro nach Agona und das letzte Stück dann mit einem weiteren Trotro über die schlimmste Straße, die ich bisher erlebt habe über Dixcove nach Akwidaa.

Ich wusste zwar vorher schon, dass die Green Turtle Lodge etwas abgelegen ist, aber dass sie so am Ende der Welt ist, habe ich nicht erwartet. Von Dixcove geht es eine starke halbe Stunde auf einer Straße, die diesen Namen eigentlich schon gar nicht mehr verdient. Überall liegen Felsbrocken und Steine, befinden sich Schlaglöcher und ganze Rinnen und immer wieder kommt ein Matschloch. Ich bewundere die Fahrer, die es irgendwie schaffen mit ihren heruntergekommenen Kleinbussen auf dieser Piste voranzukommen und dabei kein einziges Mal irgendwo aufzusitzen oder stecken zu bleiben.

Die ersten Tage gefällt es mir überhaupt nicht in der Green Turtle Lodge. Mein Plan jeden Tag einen Ausflug zu machen, werfe ich bald über Bord, da man immer erstmal mindestens eine Stunde benötigt um überhaupt weg zu kommen und meine Tage ausschließlich am Strand zu verbringen ist mir zu langweilig. Letztendlich machen wir dann doch einige Ausflüge, einen nach Takoradi, den anderen nach Dixcove und Busua und dann noch eine 3-stündige Wanderung zum Cape Three Point. Es gibt dort drei Landspitzen, die ins Meer ragen. Die erste befindet sich in Akwidaa, die letzte in Prince’s Town und die in der Mitte in der Nähe der Ortschaft Cape Three Point. Dort steht ein Leuchtturm, von dem aus man die beiden anderen Arme sehen kann. Die Wanderung dorthin führte uns durch ein Waldstück, an herrlichen Stränden und einigen Dörfern entlang und war sehr schön.

Und dann war das Jahr 2012 auch schon zu Ende…

Silvester wurde in der Green Turtle Lodge mit einer riesigen Party gefeiert, bei der sowohl die (weißen) Gäste als auch die einheimische Bevölkerung des Dorfes vertreten waren.

Typisch ghanaisch zünden sie ihre 3 Böller 10 Minuten nach Mitternacht, aber wir „verpennen“ den Jahreswechsel trotzdem nicht ;-).

Um 23 Uhr sage ich zu Annemarie (eine weitere Freiwillige): „Jetzt fängt in Deutschland 2013 an“. Darauf sie:  😀 „So ist unser Jahr 2012 eine Stunde länger als das, aller anderen!“

Dank Caren und Reese, ein britisches Ehepaar, das drei Wochen über Weihnachten und Silvester in der Green Turtle Lodge verbringt, wurde der Countdown runtergezählt und es gab sogar Sekt zum Anstoßen.

Danach ging die Party weiter, wobei die meisten Ghanaer nicht mehr da waren, da sie den Jahreswechsel in der Kirche begehen.

Um 3.30 Uhr geht’s für mich dann ins Bett, wobei der Schlaf diese Nacht aufgrund eines schnarchenden Zimmergenossen viel zu kurz kommt und sich auf 1-2 Stunden beschränkt.

Um 7.30 Uhr halte ich es dann nicht mehr aus, überlege mir kurz, ob ich etwas hinüberwerfe oder aufstehe, entscheide mich für’s Aufstehen und möchte eigentlich waschen. Doch da es im Moment kein fließendes Wasser gibt, fällt das erstmal aus und ich gehe erstmal frühstücken.

Nach leckerem Frühstück und erfolgreichem Waschen geht’s dann gegen Mittag mit einigen anderen Freiwilligen, die ich in der Green Turtle Lodge kennen gelernt habe, zu einer nahegelegenen Bucht. Dort geht es ganz flach ins Wasser und die Wellen sind nicht so hoch. So kann man recht gut schwimmen und sich länger im Wasser aufhalten ohne völlig erledigt zu sein ;-).

Am Abend gibt’s dann Pizza mit Salami und Pilzen und so endet ein sehr gelungener 1. Januar, den ich so schnell nicht vergessen werde.

Am nächsten Morgen geht es für uns 5 weiter nach Accra, wo wir zwei Nächte bleiben werden.

Am 3. Januar unternehmen wir einen Ausflug auf den Beads-Market nach Koforidua. Das ist ein Markt, auf dem es Beads (= aus Altglas hergestellte und anschließend bemalte Perlen), daraus hergestellte Armbänder, Ohrringe, Schlüsselanhänger,… ohne Ende zu kaufen gibt.

Am 4. Januar geht’s dann weiter nach Aveyime, einem Dorf am Ufer des Volta-Rivers. Am nächsten Morgen überqueren wir diesen in einem großen Kanu und fahren dann mit dem Trotro weiter nach Ho, der Hauptstadt der Volta Region. Sonntags besuchen wir das Kalakpa Wildlife Sanctuary in der Nähe von Ho. Dort soll es laut Reiseführer Antilopen, Büffel, Waldkatzen, Wildschweine und –kaninichen, Affen,… geben. Doch da gerade Trockenzeit ist wurde die ganze vertrocknete Graslandschaft abgebrannt, damit wenn es wieder regnet neues Gras wachsen kann. Deshalb haben sich die Tiere auf einen bewaldeten Hügel zurückgezogen, auf den man nicht gehen kann. So sehen wir leider kein einziges dieser Tiere, dafür aber viel Wald und einige fremdartige Pflanzen. Leider ist Famous (so hieß er wirklich), der Ranger, der mit uns durch’s Schutzgebiet wandert nicht so richtig motiviert. Nach einer Stunde meint er wir können ja nun wieder zum Ausgang zurückgehen. Wir erwidern, dass wir schon gerne noch ein bisschen mehr sehen würden, worauf er mit uns eine weitere Stunde über die abgebrannten „Wiesen“ läuft, um uns dann zu erklären, dass wir sowieso kein Tier sehen würden… Nach zweieinhalb Stunden ist die Tour dann endgültig zu Ende, denn Famous möchte keinen Schritt mehr weiterlaufen und ist entsetzt, dass wir noch so fit sind und gerne weiterlaufen würden – „Do you want to kill me?!“ 😀

Für uns geht’s dann mit dem Taxi wieder zurück nach Ho und von dort aus gleich mit dem Trotro weiter nach Kpetoe, das für das Herstellen von Kente bekannt ist.

Wir fragen zwar mehrmals und mehrere Personen, ob die Weber wirklich auch sonntags arbeiten und uns wird versichert, sie würden arbeiten, doch als wir im Kente-Dorf ankommen, sind die Webstühle natürlich nicht besetzt ;-).

Es kommen dann aber sofort einige der Dorfbewohner mit ihren Kente-Stoffen angerannt als sie die 5 Obrunis erblicken und so können wir dann zwischen einigen schönen Stoffen wählen. Der Fahrer und Mate (= Junge, der das Fahrtgeld kassiert und die Passagiere ein- und aussteigen lässt) des Trotros, das uns hergebracht hat, sind total nett. Sie warten extra für uns und fahren dann erst wieder nach Ho zurück.

Der 7. Januar beginnt für mich sehr früh morgens. Um 3.30 Uhr stehe ich auf und fahre mit einem LKW-Fahrer, der mit der Besitzerin unseres Hotels befreundet ist, zum Busbahnhof. Um 4 Uhr bin ich dort und es stehen bereits etwas mehr als 80 Menschen in der Schlange für den Bus nach Kumasi, von dem bisher noch jede Spur fehlt. Also heißt es erstmal warten. Um 5 Uhr werden dann an die ersten 60 der Schlange Tickets für den ersten Bus nach Kumasi, der mittlerweile eingetroffen ist, verkauft. Kurz darauf (5.30 Uhr) kommt dann der zweite Bus und wir bekommen unsere Tickets. Mittlerweile stehen hinter mir noch mal ca. 100 Menschen, die alle nach Kumasi wollen. Normalerweise gibt es nur 2 Busse täglich, die von Ho nach Kumasi fahren. Es sei denn die Nachfrage ist so groß, dass noch weitere voll werden. Ich sitze dann also im zweiten Bus und verlasse Ho um 6.15 Uhr. Eine Zollkontrolle, 2 Pausen, einige Berge auf und ab, viele schöne Landschaftseindrücke und 8 Stunden später komme ich dann in Kumasi an.

Um 15 Uhr bin ich dann gar nicht mal so erledigt wie erwartet daheim in Tanoso an, wo mich meine Gastfamilie mit „Welcome!“ begrüßt.

2. Term – Schulbeginn

Heute (8. Januar) hat die Schule hier nun wieder begonnen.

Es passiert aber noch nicht viel, da die erste Woche eines Terms immer mit der Säuberung des kompletten Schulgeländes verbracht wird.

Am Freitag sollen dann die ’report cards’ (= Zeugnisse des 1. Terms) fertig sein, so bin ich gerade noch dabei die Noten auszurechnen und in die Zeugnisse einzutragen.

Ansonsten hoffe ich, dass ich die Bibliothek, die zwar mit sehr vielen Büchern ausgestattet, aber nie geöffnet ist, zum Laufen bekomme.

Voraussichtlich beginnt der reguläre Unterricht erst ab nächste Woche Montag, aber da sind sich die Lehrer nicht so ganz einig – vielleicht auch schon morgen…

Es tut mir leid, dass ich so selten schreibe und euch dann immer mit solchen Romanen erschlage… =(

Zur Zeit fehlt mir einfach die Zeit mich öfter an einen Blogeintrag zu setzen und wenn ich dann Zeit finde, dann gibt es soooooooooooo viel zu erzählen ;-).

Seid ganz <3-lich gegrüßt

eure Anja

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